Gebrauchte Transporter Tipps und Tricks

Gebrauchte Transporter


Was man vor dem Kauf eines gebrauchten Transporters beachten sollte, hier bekommt ihr Tipps und Tricks beim Kauf von Nutzfahrzeugen aus zweiter Hand.

Nutzfahrzeuge wie etwa der Renault Master oder ein Sprinter brauchen weitaus mehr als nur eine AHK (Anhängerkupplung) besonders dann, wenn sie aus 2. Hand sind und es sich um einen gebrauchten Transporter handelt.

Ich habe für Euch einige Tipps und Tricks vor dem Kauf eines gebrauchten Transporters zusammengestellt, diese Tipps könnten euch vielleicht vor dem nächsten Fehlkauf bewahren.


Welche Transporter gibt es überhaupt?


Grundsätzlich sollte man zuerst die unterschiedlichen Arten und Aufbauten kennen, die da wären:

  1. Kastenwagen
  2. Transporter
  3. Lieferwagen
  4. Kofferfahrzeuge (Beispiel: Kühlfahrzeuge)
  5. Pritschenwagen

Beim Kastenwagen sind Laderaum und Fahrerkabine vereint, diese Fahrzeuge haben öfters seitliche Schiebetüren und lassen sich dann etwa von drei Seiten beladen. Häufig haben sie hinten auch keine eigenen Fenster und sind zur Fahrerkabine hin etwa durch Netze oder Türen getrennt.

Der bekannte Transporter ist als Kleintransporter und größere Transporter etwa bis zu 7,5 Tonnen Gesamtgewicht zu betrachten, letztere gehören meist jedoch zur Gattung „LKW“ und sind fast ausschließlich zum gewerblichen Gebrauch vorgesehen.

Als Lieferwagen bezeichnet man ebenfalls meist gewerblich genutzte Fahrzeuge, welche zu den Kastenwagen gehören etwa beim Obsttransport. Einer der bekanntesten Kastenwagen der als Lieferwagen genutzt wird, ist der Mercedes Benz Vito.

Im Liefer- und Logistikverkehr kaum wegzudenken sind die Sonderaufbauten und damit Kofferfahrzeuge, eine Form davon sind zum Beispiel Kühlfahrzeuge die über einen speziellen Aufbau verfügen, der von Innen verstärkt und isoliert ist.

Mercedes selbst beschreibt den Einsatzzweck etwa wie folgt (Quelle: Vans.Mercedes-Benz.net):

Die gebrauchten Kofferfahrzeuge von Mercedes-Benz schützen Ihre Fracht und Ihr Werkzeug vor Gefahr und Wetter. Die festen Bordwände und angebrachten Verankerungen verhindern das Verrutschen und bieten Schutz vor Wettereinflüssen und fremden Blicken. Somit wird ergonomisches und effizientes Laden ermöglicht und das Nutzvolumen essenziell ausgeweitet. Dadurch eignet sich ein gebrauchtes Kofferfahrzeug von Mercedes-Benz hervorragend für die unterschiedlichsten Branchen – etwa für Bäcker, Garten- und Landschaftsbauer, Stadtwerke und Kommunen.

Pritschenwagen sind fast immer als Arbeitstiere im Einsatz und haben eine geöffnete Ladefläche, die seitlich oder zum Beispiel nach hinten ausgefahren werden kann um etwa Transportgut abzuladen.

Vorteile und Nachteile von Pritschenwagen (Quelle: Wikipedia.de):

Vorteile von Pritschenwagen gegenüber anderen Nutzfahrzeugvarianten sind ihr einfacher und preisgünstiger Aufbau und ihr breites Einsatzspektrum. Größte Nachteile sind der – ohne Plane oder sonstige Abdeckung – fehlende Witterungsschutz sowie der geringe Diebstahlschutz. Bei Pkw-basierten Pritschenwagen können sich durch eine steuerliche Einstufung als Lastkraftwagen finanzielle Vorteile gegenüber einem Pkw ergeben (Besteuerung nach Gewicht statt nach Hubraum). Andererseits können sich je nach Land auch Lkw-typische Einschränkungen ergeben wie Geschwindigkeitsbeschränkungen, Fahrverbote an bestimmten Tagen (insbesondere mit zusätzlichem Anhänger), Erfordernis eines bestimmten Führerscheins und anderes.


Erste Tipps zu gebrauchten Transportern


Der erste Tipp klingt banal, ist allerdings von entscheidender Bedeutung, nämlich der Einsatzzweck des Transporters!

Was möchte ich mit dem gebrauchten Transporter in Zukunft machen, möchte ich damit Zeitungen ausfahren oder Kunden beliefern oder sollen damit Güter mit hohem Gewicht transportiert werden.

Wird der Gebrauch Privat oder Geschäftlich sein? Auch im privaten Bereich können Transporter zum Einsatz kommen, etwa dann wenn sie als Freizeitmobil/Camper umgebaut werden.

Die Ansprüche bei der privaten Nutzung sind in Sachen „Komfort“ etwa wesentlich höher als im geschäftlichen Bereich, dort müssen die Nutzfahrzeuge vor allem funktionieren wie ein Schweizer Uhrwerk und über Jahre zuverlässig sein.

Welche Größe ist von Nöten? Wichtige Eckpunkte dazu sind:

  1. Fahrzeuglänge
  2. Fahrzeugbreite
  3. Radstand

Je nach Modellvariante sind diese Daten sehr unterschiedlich, mit Fahrzeugen die hohe Aufbauten haben, kann man beispielsweise die meisten Parkhäuser nicht passieren.

Welches Budget steht für den Kauf eines gebrauchten Transporters zur Verfügung?

Neufahrzeuge sind natürlich immer teurer logisch, dafür bieten sich aber Fahrzeuge aus zweiter Hand, etwa Jahreswagen oder Gebrauchtwagen bestens an. Hier stimmt vor allem der Preis und das Budget ist nicht sofort gesprengt.


Kauf eines Gebrauchten – das Auge entscheidet


Die Daten und Fakten können noch so schön sein, ein junges Baujahr etwa hat noch lange nichts zu sagen, wurde der Transporter etwa sehr intensiv gewerblich genutzt, wie es bei einem Bauunternehmen der Fall wäre, sollte man genauer hinschauen.

Mängel im Lack sind womöglich das kleinere Übel, wie sieht es aber mit der Aufhängung, den Aufbauten oder der Anhängerkupplung aus?

Hier sollte man das nötige Wissen und das Auge über den technischen Zustand entscheiden lassen, wem das Know-How fehlt, der sollte sich einen Fachman zur Seite nehmen oder aber einen Gebrauchtwagen mit Gebrauchtwagengarantie suchen.


Laufende Kosten vorher ermitteln


Ein ebenfalls wichtiger Punkt, sind die laufenden Kosten eines Transporters, dazu gehören:

  • Versicherung
  • Steuer
  • Wartungskosten/Inspektionen
  • Verbrauchskosten wie Kraftstoff

Dazu bieten sich im Internet unzählige Angebote an, die solche Kosten genaustens aufschlüsseln und den Kauf im Voraus schon entscheidend zum Vorteil beeinflussen, eine der bekanntesten Seiten dazu ist etwa Autokostencheck.de

Hier findet man Informationen zum Verbrauch, den Versicherungs- und Steuerkosten sowie den Kosten für Wartung und Inspektionen, die Angaben können jedoch variieren.

Beim Thema Versicherung gibt es bei einigen KFZ-Versicherern sogenannte „Lieferwagenversicherungen“ einfach mal genauer in die Bedingungen schauen und vergleichen kann sich hier auch lohnen und so die Kosten Jahr für Jahr senken.


Die Probefahrt


Nicht nur im privaten Gebrauch, auch beim möglichen Kauf eines gebrauchten Transporters sollte die Probefahrt dazu gehören.

Obwohl man sich bei einem seriösen Gebrauchtwagenhändler bzw. Gebrauchtfahrzeugen vom Hersteller direkt recht sicher sein kann dank Gebrauchtwagengarantie, bringt eine Probefahrt Aufschluss über den technischen Zustand des Fahrzeugs.

Viel wichtiger aber, ist der Punkt, dass man das Nutzfahrzeug so genau testen kann, etwa ob man mit den jeweiligen Abmessungen zurecht kommt beim Ein- und Ausparken oder ob die Motorisierung ausreichend ist, ein Transporter bewegt sich mit ordentlich Zuladung völlig anders, als wenn er nicht beladen wäre.

Wer bei der Probefahrt sofort merkt, dass er mit Fahrzeugen bis 7,5 Tonnen Gewicht nicht zurecht kommt, sollte sich besser Transporter bis 3,5 Tonnen, die sogennanten Kleintransporter anschauen.

Hier eine Liste der beliebtesten Transporter, darunter auch Kleintransporter:

  • Ford Transit
  • Fiat Ducato
  • Mercedes-Benz Sprinter
  • Mercedes-Benz Vito
  • Opel Combo
  • Renault Trafic
  • VW Caddy
  • VW Crafter

Papiere und Serviceheft prüfen


Sind die Fahrzeugpapiere des gebrauchten Transporters in Ordnung? Ist das Serviceheft vorhanden und lückenlos, oder gibt es Lücken?

Merke: Findet man etwa in den Fahrzeugpapieren (Fahrzeugbrief) einige unterschiedliche Besitzer in einem kurzen Zeitraum, kann man fast davon ausgehen, dass es sich dabei um ein mangelbehaftetes Fahrzeug handelt.

Die geringsten Bedenken kann man in solchen Fällen bei einem Jahreswagen haben, diese sind in nahezu neuwertigem Zustand und haben meistens nur einen Vorbesitzer.

Auch das Serviceheft sollte vorhanden sein oder zumindest sollten Nachweise über Wartungen und Inspektionen vorzeigbar sein, nur unter diesen Umständen würde ich überhaupt ein Nutzfahrzeug oder einen Lieferwagen kaufen.


Abgrenzung und Klassen


Damit man überhaupt eingrenzen kann, welche Nutzfahrzeuge man etwa mit einem Führerschein Klasse B fahren kann, hier eine Übersicht:

Klasse N (Güterbeförderung)

Kraftfahrzeuge zur Güterbeförderung mit mindestens vier Rädern (umgangssprachlich Lkw, Lieferwagen) sowie Kraftfahrzeuge zur Güterbeförderung mit drei Rädern und einer zulässigen Gesamtmasse über 1 Tonne.

Klasse N1
Fahrzeuge zur Güterbeförderung mit einer zulässigen Gesamtmasse bis zu 3,5 Tonnen.
Klasse N2
Fahrzeuge zur Güterbeförderung mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 Tonnen bis zu 12 Tonnen.
Klasse N3
Fahrzeuge zur Güterbeförderung mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 12 Tonnen.

Weiterhin muss man eine genaue Abgrenzung vornehmen um den Zweck einzugrenzen:

Eine gesetzliche Definition, z. B. in der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung, gibt es nicht. Im unteren Grenzbereich sind die Hochdachkombis anzusiedeln, die jedoch meist als Pkw zugelassen sind. Zu den Kleintransportern gehören ebenfalls Lieferwagen/Kastenwagen, die sich nur in Details wie fehlenden hinteren Seitenscheiben von einem zugehörigen Pkw-Modell unterscheiden.

Inzwischen werden häufig auch Transporter mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 t als Kleintransporter bezeichnet. Hierbei handelt es sich eigentlich um Leichte Lkw – eine Gruppe der Lkw, die bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen reicht und die nicht mehr mit dem Pkw-Führerschein gefahren werden dürfen. Konstruktiv und äußerlich haben sie sich teilweise stark den Kleintransportern angenähert. Zahlreiche Typen wie Mercedes-Benz Sprinter sind in Ausführungen für beide Nutzlastklassen im Angebot.

Ähnlich wie Lkw werden viele Kleintransporter auch mit Fahrerkabine und daran anschließenden unterschiedlichen Aufbauten angeboten. Wie bei den Hochdachkombis gibt es auf Basis der Kleintransporter von den meisten Herstellern ebenfalls einen Kleinbus zur Personenbeförderung, teilweise auch eine Mischform als „Doppelkabine“.

Sonderschutzfahrzeuge fallen wegen ihrer Panzerung gleichfalls in den Bereich der Leicht-Lkw. Bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 4.100 Kilogramm können sie mit einer Ausnahmegenehmigung auch mit Führerschein-Klasse B gefahren werden.

Quellen: Wikipedia.de

Für die meisten dürfte die Klasse N1 in Frage kommen und dadurch ist die Auswahl beim Kauf eines gebrauchten Transporters bereits eingegrenzt.


Fazit

Vor dem Kauf eines gebrauchten Transporters gibt es allerlei zu erkunden und in Erfahrung zu bringen.

Ich hoffe meine Gebrauchte Transporter Tipps und Tricks konnten euch etwas bei der Kauffindung weiterhelfen und dann natürlich auch beim Kauf selbst.

Es gibt nichts über Erfahrungen in der Breite, deshalb empfehle ich Euch diesen Forenthread, in dem es speziell um die Kaufberatung vor dem Kauf eines gebrauchten Transporters/Lieferwagens geht.

Aus meiner Sicht sind gebrauchte Transporter mit Garantie die beste Lösung, wohin gegen der Kauf von Privat und womöglich noch aus dem Ausland kritisch geäugt werden sollte, ein völliges No-Go sind fehlende Fahrzeugpapiere.

Autor im Blog: Janus Schulz
Bildquelle: mercedes-benz.de

 

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