Fahren als Fahranfänger

Fahren als Fahranfänger – worauf muss man achten?


Worauf muss man als Fahranfänger beim Autofahren achten? Obwohl diese Frage nicht unbedingt sofort nach bestandener Führerscheinprüfung gestellt wird, ist es spätestens bei der ersten Fahrt und Teilnahme im Straßenverkehr von Bedeutung.

Fahranfänger brauchen zu Beginn vor allem eins: Routine!

Mit Routine und Erfahrung im Straßenverkehr, werden Fahranfänger nach einigen Jahren zum sicheren und erfahrenen Autofahrer. Die Statistiken (Statistisches Bundesamt 2018) zeigen auch auf, dass es nur mit Routine funktioniert, so sind etwa „überhöhte Geschwindigkeit“ oder „Auffahrunfälle“ aufgrund von zu geringer Achtsamkeit die häufigsten Unfallursachen, knapp 70% sind im Jahr 2017 von Autofahrern zwischen 18 und 24 Jahren begangen worden.

Das Fahren als Fahranfänger ist zwar keine Wissenschaft, es gibt jedoch für Fahranfänger einige goldene Regeln, an die man sich halten sollte und diese stelle ich Euch in diesem Artikel vor.

Weiterhin zeige ich Euch typische Fehler auf, die man als Fahranfänger begeht und wie man sie vermeiden könnte.


Vollgas und es macht Bumm


Gerade wer seinen Führerschein neu bekommen hat, möchte natürlich „mitmischen“ im Straßenverkehr, er möchte sein neues und vor allem erstes Auto ausfahren und ausprobieren und manchmal auch jedes PS an Leistung ausreizen.

Fahren als Fahranfänger worauf man achten sollte und wissenswertes für Fahrneulinge

Fahren als Fahranfänger worauf man achten sollte und wissenswertes für Fahrneulinge

Überhöhte Geschwindigkeit kommt bei den 18 bis 24 Jahren sehr häufig vor (etwa 18% der Unfälle entstehen so), sie haben weder die Achtsamkeit noch die Erfahrung um das Tempo optimal einschätzen zu können, insbesondere wird es gefährlich, wenn der Vordermann eine starke Bremsung ausführt, denn dann ist der Neuling gefragt und muss ebenfalls schnell reagieren.

Schnell macht es dann Bumm und der erste Unfall ist passiert, deshalb gleich vorweg zwei wichtige Tipps:

  1. Niemals direkt mit Vollgas losfahren oder anfahren
  2. sich an Tempolimits halten und ein Gefühl für die Geschwindigkeit entwickeln

Falls es dennoch zu unvorhersehbaren Manövern kommt, runter vom Gas und an die Anweisungen wie im Theorieunterricht halten (degressives/progressives Bremsen etc.).


Abstand halten, Gespür entwickeln


Zu dichtes Auffahren und zu geringer Abstand gehören ebenfalls zu den häufigsten Auffahrursachen (etwa 15% der Fälle), schnell ist damit die Stoßstange im Eimer und der erste Schock sitzt tief.

Die Aussage „Abstand gleich halber Tacho“ kennen viele zugenüge und es macht Sinn, niemand kann den Abstand genau während der Fahrt ausrechnen, soll man auch nicht, denn damit wird man abgelenkt und es folgt möglicherweise ebenfalls ein Unfall.

Die Leitpfosten etwa auf der Autobahn oder Landstraßen dienen bereits als gute Anhaltspunkte um die Abstände einzuhalten.

Wer sich daran hält, hat auch bei schwierigen Bedingungen wie etwa „Schneefall“ oder „Starkregen“, bessere Chancen auszuweichen bzw. das Fahrzeug zum Stillstand  zu bekommen.


Vorfahrt genommen


Obwohl Fahrschüler in der Fahrschule mitunter zu Beginn lernen, dass die Vorfahrt zu beachten ist, kommt es in etwa 10% der Unfälle dazu, dass die Vorfahrt genommen und andere Verkehrsteilnehmer (Auto, Radfahrer etc.) missachtet wurden.

Fahren für Fahranfänger an schlecht einsehbaren Kreuzungen oder einfach in einer unbekannten Stadt bringen Fahranfänger schnell in Hektik und zum unüberlegten Handeln, hier muss nicht einmal Absicht vorliegen.

Wer sich unsicher ist, fährt natürlich gerade in solche Bereiche langsamer ein, wie etwa bei „Rechts vor Links“ um sich einen Überblick zu verschaffen, hilfreich kann es für Fahranfänger auch sein, sich Handzeichen mit dem anderen Verkehrsteilnehmer zu geben, nur auf sein Recht zu pochen ist hier eine denkbar schlechte Lösung.


Musik, Smartphone und Co. im Auto


Führerscheinneulinge haben es nicht leicht, denn neben der Sache das Fahrzeug optimal zu kontrollieren, muss man auch stets auf den Verkehr achten, wer etwa dabei mit dem Smartphone spielt oder laute Musik hört, kann sich schnell Ablenken lassen.

Auch Beifahrer oder laute Geräusche von Außen (hupende Fahrzeuge z.B.) können den Fahranfänger ablenken und verwirren, schnell hat man dann auch etwa eine Abfahrt oder das Abbiegen verpasst und tendiert zu unkontrollierten Handlungen.

Jede Ablenkung im Fahrzeug kann die Konzentration beeinflussen, deshalb sollten sich gerade Fahranfänger zu Beginn an eine Sache halten:

Das Autofahren an sich!


Alkohol, Drogen und Co.


Fahren unter dem Einfluss psychoaktiver Substanzen (Alkohol, Drogen und besondere Medikamente) ist ein Vergehen und wird geahndet, entweder als Ordnungswidrigkeit oder sogar als Straftat, je nach Fall und Folgen.

Besonders für Fahranfänger gilt bis zum 21. Lebensjahr die 0-Promille Grenze!

Wikipedia.de beschreibt es wie folgt:

0,0-Promille-Grenze seit 1. August 2007 (neuer § 24c StVG)

Für Fahranfänger mit einer in Deutschland erteilten Fahrerlaubnis innerhalb der Probezeit und Personen unter 21 Jahren wurde mittlerweile ein absolutes Alkoholverbot eingeführt. Dieses Gesetz[17] trat am 1. August 2007 in Deutschland in Kraft. Ordnungswidrig handelt, wer in der Probezeit nach § 2a StVG oder vor Vollendung des 21. Lebensjahres als Führer eines Kraftfahrzeugs im Straßenverkehr alkoholische Getränke zu sich nimmt oder die Fahrt antritt, obwohl er unter der Wirkung eines solchen Getränks steht. Dies bedeutet in jedem Fall ein Bußgeld von 250 € und 2 Punkte im Verkehrszentralregister in Flensburg. Befindet man sich außerdem noch in der Probezeit, so verlängert sich diese um 2 Jahre. Ferner kommt es, wegen des sogenannten „A-Verstoßes“, zu einem Aufbauseminar nach § 36 FeV. Dieses besteht aus einem Kurs mit einem Vorgespräch und drei Sitzungen von jeweils 180 Minuten Dauer in einem Zeitraum von zwei bis vier Wochen sowie der Anfertigung von Kursaufgaben zwischen den Sitzungen (Kosten: etwa 300 €). Eine Fristüberschreitung zum Aufbauseminar wird als Weigerung angesehen und hat den Entzug der Fahrerlaubnis zur Folge.

Harte Worte und Führerscheinneulinge sollten sich in Acht nehmen, neben den Kosten (250€ Bußgeld und Aufbauseminar 300€) kann im schlimmsten Fall sogar die Fahrerlaubnis entzogen werden, wenn man sich einem Aufbauseminar entzieht oder Fristen überschreitet.

Innerhalb der Probezeit von 2 Jahren hat man dann ein richtiges Problem und so wird diese schnell mal um weitere 2 Jahre verlängert.

Im Übrigen, auch Fahrradfahrer oder Fahrer von nichtmotorisierten Fahrzeugen sollten sich in Acht nehmen, dazu heißt es:

Alkoholisiertes Fahren mit nicht-motorisierten Fahrzeugen

Bei nicht-motorisierten (also erheblich langsameren) Fahrzeugen liegt die Grenze zur absoluten Fahruntüchtigkeit bei 1,6 ‰. Ab diesem Wert lässt die Fahrerlaubnisbehörde vor der Erst- oder Neuerteilung der Fahrerlaubnis (eines motorisierten Fahrzeugs) stets die Fahreignung überprüfen. Dazu ist ein Gutachten einer amtlich anerkannten Begutachtungsstelle für Fahreignung beizubringen. Ist der Fahrradfahrer (noch) im Besitz einer Fahrerlaubnis (für ein motorisiertes Fahrzeug), wird diese entzogen, wenn das Gutachten nicht positiv ausfällt. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass Gutachter bei 1,6 ‰ von einer Alkoholgewöhnung ausgehen und eine positive Begutachtung nur bei einer dauerhaften Umstellung der Trinkgewohnheiten erfolgen kann. Da eine dauerhafte Umstellung erst nach 12 Monaten festgestellt werden kann, muss von Seiten des Gutachters mindestens ein Jahr zwischen der Trunkenheitsfahrt und der MPU liegen. Im Interesse der Allgemeinheit liegt es aber, möglichst schnell eine Einschätzung des potenziell gefährlichen Verkehrsteilnehmers zu erhalten, weshalb eine MPU in der Regel früher gefordert wird und damit nahezu zwangsläufig zum Führerscheinentzug führt.

Wird eine solche Alkoholfahrt auf dem Fahrrad noch vor der Fahrerlaubnisprüfung aktenkundig (z. B. bei Jugendlichen), kann die Fahrerlaubnisbehörde später, wenn der Betreffende seinen Führerschein erwerben will, ein solches Gutachten anordnen.


Mit dem Auto der Eltern unterwegs


Wer beispielsweise mit dem Auto der Eltern unterwegs ist, kann dies als Fahranfänger natürlich tun, im Ausland jedoch gelten besondere Regeln für Neulinge.

Die Haftpflichtversicherung der Eltern springt übrigens auch bei Schäden Dritter ein, wenn die Kinder etwa einen Unfall bauen. Hier der Hinweis, die Eltern sollten ihre Kinder jedoch von Beginn an als Mitfahrer eintragen, da sonst im Schadensfall später die Prämien nachverlangt werden können.

Manche KFZ-Versicherer pochen sogar auf eine Vertragsstrafe, wenn nachgewiesen werden kann, dass die Eintragung weiterer Fahrer absichtlich nicht erfolgt ist.


Tabelle Regelungen für Fahranfänger im Ausland


Für Fahranfänger und Führerscheinneulinge gelten im Ausland übrigens andere Regeln, hier eine Übersicht als Tabelle:

LandPromillegrenzeBußgeld in €Hinweise
Frankreich0,2135Jahre 1-3
Griechenland0,280Jahre 1-2
Italien0,0165Jahre 1-3
Kroatien0,090bis zum 24. Lebensjahr
Niederlande0,2300Jahre 1-5 vor 18. Lebensjahr 1-7
Österreich0,1bis zu 2180Jahre 1-2
Portugal0,2250Jahre 1-3
Schweiz0,1520Jahre 1-3
Spanien0,3500Jahre 1-2

Wie in der obenstehenden Tabelle zu erkennen, kann es ganz schön happig werden im Ausland, wenn man als Fahranfänger unter Alkoholeinfluss im Auto unterwegs ist und erwischt wird.

Insgesamt sind vor allem die Niederlande, aber auch auch Österreich und die Schweiz rigoros in der Umsetzung.


Fahrpraxis durch Sicherheitstraining


Erfahrungen sammeln in der Praxis, wieso nicht auf dem Verkehrsübungsplatz!?

Fahrsicherheitstraining wird vielerorts angeboten, etwa vom ADAC oder anderen Stellen, was es bringt? Sehr viel, insbesondere für Neulinge!

In solchen Übungszentren wird man von professionellen Fahrern und Trainer zu bestimmten Situationen „gezwungen“ und kann damit nicht nur Erfahrung sammeln, sondern vor allem am Ende auch Schlüsse daraus ziehen und sich verbessern.

Bremsmanöver auf klatschnasser Fahrbahn etwa übt man nicht in der Fahrschule, sondern erst später im Alltag und der Praxis.

Ich habe es als Fahrschüler selbst erlebt, mein Fahrlehrer hatte mich bis zu meiner Prüfung nicht einmal rückwärts einparken lassen, obwohl dies noch zu den leichteren Übungen gehört.

Man sollte sich als Neuling im Straßenverkehr wirklich solch einen Kurs zu Gemüte führen, man wird es nicht bereuen!


Fazit Fahren als Fahranfänger

Ich hoffe mein Artikel zum Fahren als Fahranfänger konnte gerade Euch, den Neulingen, die wichtigsten Hinweise darauf geben, worauf man als Fahranfänger im Straßenverkehr achten sollte und natürlich auch welche Tücken sich etwa im Ausland oder bei der Nutzung des elterlichen Autos verbergen können.

In den ersten 24 Monaten sollte man sich wirklich nichts zu Schulden kommen lassen, denn sonst wird es unbequem (Aufbauseminar etc.) und natürlich auch kostspielig und geht ins Geld, was man als junger Mensch nicht unbedingt „dicke“ hat.

Den Hinweis, gerade für unsichere Fahranfänger mit Erstauto, mit dem Sicherheitstraining solltet ihr Euch gründlich überlegen, ich meine es lohnt sich auf alle Fälle.

Autor im Autoblog: Janus Schulz

 

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