Kolumne: Gebrauchtwagen Teil 1
KOLUMNE: Der freie KFZ SachverstĂ€ndige Michael Pavlovic prĂ€sentiert Euch ab heute alle 14 Tage seine persönliche Kolumne zum Thema âGebrauchtwagenâ, welche aus mehreren Teilen besteht.
Kolumne zum Thema Gebrauchtwagen
Hallo!
Eines gleich vorneweg. Erlauben Sie mir bitte das persönliche DU. Ich finde es viel persönlicher.
Vielen Dank, dass du dich fĂŒr meine KOLUMNE Gebrauchtwagen interessierst. Ab heute werde ich alle 14 Tage hier einen Teil zum Thema âGebrauchtwagenâ veröffentlichen.
Mein Name ist Michael Pavlovic und ich bin freier KFZ-SachverstÀndiger. Meine technische Berufserfahrung sammle ich auch als Entwicklungsingenieur bei der Daimler AG im Mercedes Benz S-Klasse Gesamtfahrzeugversuch.
Seit 2009 bin ich KFZ-SachverstÀndiger und möchte mein Wissen und meine Erfahrungen in dieser Kolumne mit Dir teilen.
Weitere Infos ĂŒber meine Person findest Du HIER
Was erwartet dich?
Du wirst einen Einblick bekommen, wie der âProfiâ an das Thema herangeht. Mein Ziel ist es, dir einen Eindruck zu verschaffen, wie ich Gebrauchtwagen bewerte und welche Fragen man sich beantworten soll.
Du wirst Gebrauchtwagen in Zukunft durch meine Augen betrachten. Der gesamte Inhalt ist in meinem E-Book âAutokauf mit Gripsâ nachzulesen.
In dieser Kolumne wirst du Antworten auf Folgendes bekommen:
â Warum der Gebrauchtwagenkauf so schwierig ist.
â Welches Auto das richtige fĂŒr dich ist.
â Die Vor- und Nachteile des Kaufs beim HĂ€ndler bzw. eines Privatkaufs
â Wann man am besten ein Auto kauft.
â Welche Fragen am Telefon gestellt werden sollten.
â Wie man die Probefahrt durchfĂŒhrt.
â Wir werden das Thema Chiptuning ansprechen.
â Und was man beim Verhandeln beachten muss.
Ich bitte um dein VerstÀndnis, dass ich nicht das ganze Buch verschenken kann. Ich bin mir jedoch sicher, dass dir diese Kolumne weiterhelfen wird, beim Thema Gebrauchtwagenkauf viel sensibler zu werden.
Kommen wir nun zu Teil EINS meiner Kolumne
Hallo!
Soo, heute gehtâs los.
Das ist der erste Teil des kostenlosen Gebrauchtwagenkurses. Ich
kenne deine Vorkenntnisse bei Autos nicht. Deshalb werden wir seicht
anfangen und uns Schritt fĂŒr Schritt tiefer in die Materie begeben.
In diesem Teil wollen wir uns anschauen, warum der
Gebrauchtwagenkauf oft verzwickt ist.
Derjenige, der sich einen jungen Gebrauchtwagen/ Jahreswagen kauft,
braucht sich eigentlich keine Gedanken zu machen. Die meisten MĂ€ngel
werden dort von der Garantie aufgefangen. Dieser Teil der Fahrzeuge
ist aber in der Minderheit. Zum Thema mit oder ohne
Gebrauchtwagengarantie kommen wir in einem spÀteren Teil dieses
Kurses.
Warum ist es so verzwickt, einen Gebrauchten zu kaufen?
Beim Gebrauchtwagenkauf gibt es zwei Lager: die VerkÀufer und die
KĂ€ufer. Ich weiss. So schlau warst du auch schon. Das ist keine
groĂartige Neuigkeit. Jedes dieser Lager hat unterschiedliche Ziele. Der
eine will sein Fahrzeug zu einem möglichst hohen Preis verkaufen. Der
andere will so wenig wie möglich bezahlen. So weit, so gut.
Du als KĂ€ufer erwartest natĂŒrlich einen Wagen, der technisch in gutem
Zustand ist. Ganz einfach, weil du nach dem Kauf nicht gleich in die
Werkstatt rennen willst und Unsummen fĂŒr Wartungs- oder
Reparaturarbeiten ausgeben möchtest. Wenn du einen ehrlichen
VerkĂ€ufer hast, dann ĂŒbergibt er dir ein Auto, mit dem du, wenn alles
normal lÀuft, ein Jahr fahren wirst, ohne dass du etwas hineinstecken
musst.
Wenn du aber einen VerkÀufer hast, der knapp bei Kasse ist oder nur
nach seinen Vorteilen schaut, kann die Sache schnell anders aussehen.
Diese Art von VerkÀufer versucht alles zu unternehmen, um MÀngel
möglichst zu vertuschen. Undichte KĂŒhler werden dann z.B. mit
KĂŒhlerdicht fĂŒr eine kurze Zeit wieder fit gemacht.
Diese Art der Reparatur, die eigentlich nur fĂŒr NotfĂ€lle entwickelt wurde,
hÀlt gerade so lange, dass der VerkÀufer sich nach dem Verkauf aus der
Haftung ziehen kann. In der Regel werden KĂŒhler nach ca. zwei Monaten
wieder undicht.
Ein anderes probates Mittel ist z.B. die Manipulation der
VerschleiĂanzeige des Bremsbelags. Normalerweise funktioniert sie
so: Der âFĂŒhlerâ trifft beim Erreichen der Mindestdicke auf die drehende
Bremsscheibe. Das schlieĂt einen elektrischen Kreis und die Lampe im
Tacho geht an.
Findige Zeitgenossen bauen den Bremsbelag dazu aus und biegen den
FĂŒhler etwas weg oder kĂŒrzen ihn. Die Lampe bleibt also aus. HeiĂt fĂŒr
den VerkÀufer: Kein Geld ausgegeben und so die Gewinnmarge
vergröĂert.
Diese Art von Zeitgenossen kaufen deshalb auch gerne Autos, bei denen
ein Wartungsstau vorhanden ist. Wartungsstau heiĂt, dass bald ĂŒbliche
Wartungsarbeiten wie etwa Ălwechsel oder Wechsel der
BremsflĂŒssigkeit anstehen. Sie nutzten dann jeden Mangel, um den
Kaufpreis möglichst tief zu reden.
Meistens treten sie auch entsprechend auf. So nach dem Motto:
âDu kannst froh sein, dass ich dir die Karre ĂŒberhaupt noch abkaufen
will.â
Die Jungs sind in der Regel ziemlich fit, was die EinschÀtzung des
Fahrzeugzustands angeht. Lass dich davon nie beeindrucken.
Dieses Wissen nutzen sie nur in ihrem Sinne.
Nie im Sinne des kĂŒnftigen KĂ€ufers, es sei denn, er ist ein guter Freund.
Sie wissen also genau, was sie tun. Angeblich
durchgefĂŒhrte Kundendienste sind daher perfekt âgetarntâ.
Da wird die BremsflĂŒssigkeit aus dem AusgleichsbehĂ€lter gesaugt und
frische wieder eingefĂŒllt. So sieht es dann auf den ersten Blick danach
aus, dass sie getauscht wurde. Der gĂŒnstigste Weg, einen Kundendienst
bzw. Ălwechsel vorzutĂ€uschen, ist, den Servicezettel im Motorraum
auszutauschen.
Glaub jetzt bloĂ nicht, dass das nur die windigen
FÀhnchenhÀndler so machen.
Ich habe Àhnliche Sachen auch beim MarkenhÀndler erlebt. Da waren
plötzlich Reifen auf dem Auto, die Àlter als das Fahrzeug waren. Oder
der 100-Punkte-Gebrauchtwagen-Check sagte, dass alles in Ordnung ist.
Und der Scheibenwischergummi hing in Fetzen weg. Oder die
BremsbelĂ€ge waren bereits nahe der VerschleiĂgrenze. Einmal waren die
Reifen sogar Àlter als das Fahrzeug selbst.
Jeder âoptimiertâ, wo er nur kann. Leider auch MarkenhĂ€ndler.
Fiese Sache. Der NormalkÀufer ist hier völlig aufgeschmissen.
Der Grund, warum so viel Schmu getrieben wird, liegt eigentlich
auf der Hand.
Man kann mit vermeintlich wenig Aufwand relativ viel Geld verdienen.
Ethisch ist das nicht die beste Art, wie man GeschÀfte machen sollte.
Denn bekanntlich kommt ja alles wieder auf einen zurĂŒck.
Leider sind viele Menschen von der Gier geleitet, das schnelle und
einfache Geld zu machen. Das ist meiner Meinung nach der Hauptgrund.
Ich finde, dass das ein zu kurzsichtiger Ansatz ist. Besser wÀre es, ein
vernĂŒnftiges Auto zu verkaufen und einen weiteren zufriedenen Kunden
zu bekommen. Der Verdienst pro Auto ist vielleicht etwas geringer. Ich
bin mir aber sicher, dass dieser Kunde mit viel gröĂerer
Wahrscheinlichkeit wiederkommt. Und weiterempfehlen wird er den
Betrieb mit Sicherheit auch.
In meinem Buch gehe ich auf weitere Tricks dieser komischen Vögel
ein.
Ich glaube, dir ist jetzt klarer geworden, warum es nicht so leicht ist,
einen Gebrauchtwagen zu kaufen.
Mit dem richtigen Hintergrundwissen ist es allerdings ziemlich einfach.
Das war einer der Ersten.
Im nĂ€chsten Teil zeige ich dir, wie du das richtige Auto fĂŒr dich
findest. Welche Grundsatzentscheidungen du treffen solltest. Wie du fĂŒr
dich den richtigen Antrieb/ Motor auswÀhlst.
Und jetzt, wie immer, meine Frage an dich:
âą Welche komischen Geschichten sind dir schon passiert?
âą Und wann hast du sie bemerkt?
âą Wie hast du darauf reagiert?
⹠War es bereits zu spÀt?
Ich freue mich auf deine Antwort.
Bis in 14 Tagen und noch einen hervorragenden Tag
Michael
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Das Copyright dieser Texte liegt beim Kfz-SachverstĂ€ndigen Michael Pavlovic, Konrad Zuse Platz 1, 71034 Böblingen. Ohne schriftliche Genehmigung dĂŒrfen diese Texte nicht kopiert, oder in einer Form verĂ€ndert werden die der Autor nicht schriftlich genehmigt hat. Diese Texte sind nur fĂŒr den persönlichen Gebrauch bestimmt und dĂŒrfen ohne schriftliche Einwilligung des Autors nicht an Dritte weitergegeben werden. Jegliche Weitergabe an Dritte ist somit ausgeschlossen.
Wurde erst vor kurzem beim Kauf meines Gebrauchten betrogen. Bremsen neu, Unfall frei, Inspektion neu hieà es⊠Keine der Punkte war wahrheitsgetreu!
Selbst die Airbags waren nur Attrappen!! Und das fĂŒr 11.000,00 EUR!!
Super Beitrag! HÀtte ich den vorher gelesen, wÀre mir so einiges erspart geblieben!
Ich wĂŒrde sagen, dass schlimmste daran waren die âfalschenâ Airbags, denn im Falle der FĂ€lle bei einem Unfall, hĂ€tte sowas tödlich ausgehen können. Be careful!