Autofahren im Alter

Autofahren im Alter – problemlos möglich?

Es gibt bereits genügend Diskussionen zum Thema „Autofahren im Alter“ aber mal angenommen einem Rentner wird in ländlichen Regionen der Führerschein entzogen!? Welche Alternativen gibt es dann, alles mit dem Fahrrad zu bewerkstelligen ist nahezu unmöglich.

Ich habe mich mit der nach wie vor aktuellen Thematik beschäftigt und mir die Alternativen angeschaut, welche für ältere Menschen, die möglicherweise geistig und körperlich nicht mehr fähig sind ein Fahrzeug zu führen.

Meine Erkenntnisse und Ansicht könnt ihr im folgenden Autoblog Artikel nachlesen.

Autofahren im Alter

Die Bevölkerung wird laut Statistik immer älter und gerade ältere Menschen sind in ländlichen Regionen auf ihr Auto fast täglich angewiesen, sei es ein Besuch beim Arzt oder der Einkauf von Lebensmitteln oder „schweren“ Einkäufen, mit dem Rad schwierig dauerhaft zu bewerkstelligen.

Das im Alter die Kräfte schwinden und man geistig und körperlich etwas abbaut ist kein Geheimnis, dieser Umstand ist jedoch für ältere Autofahrer zum Problemfall geworden.

Es gibt genügend Kritiker, die sich über die Fahrweise von älteren Menschen aufregen und ihnen „Verzögerung“ und „Unachtsamkeit“ im Straßenverkehr vorwerfen.

Berechtigt?

Laut Statistischem Bundesamt nicht unbedingt, wenn nach wie vor ist es so, dass jüngere Autofahrer 18-24 Jahre einen größeren Anteil ( 17,4 % ) an Unfällen haben als beispielsweise ältere Autofahrer.

Feststellen muss man aber auch, die Unfälle haben sich bei älteren Menschen im Straßenverkehr prozentual erhöht, in Hessen zum Beispiel um 7,3 % und damit ist bereits eine Tendenz absehbar, dies muss jedoch nicht für alle Bundesländer gelten.

Die Autolobby und die Politiker sehen zumindest keine Not, um Fahrtauglichkeitstests durchzuführen und so die Autofahrer zu „kontrollieren“.

Der ADAC sieht solche Tests nur als Momentaufnahme, ein Gesundheitszustand ist manchmal binnen kürzester Zeit völlig unterschiedlich. Verkehrsminister Alexander Dobrindt setzt ebenfalls einen Riegel vor. Er setzt auf die Freiwilligkeit und auf die Vernunft der Autofahrer, ob Jung oder Alt.

Grundgedanken

Natürlich ist Freiheit in Deutschland ein fester Bestandteil der Menschenrechte und jeder Mensch sollte selbst entscheiden können, ob er ein Fahrzeug sicher führen kann oder eben nicht und dann eben freiwillig handeln.

Macht natürlich Sinn, denn die Gefährdung der anderen ist das Eine, aber man riskiert auch seine eigene Gesundheit, wenn man ein Auto führt ohne die Sicherheit zu gewährleisten.

Pflichttests zur Überprüfung der Fahrtauglichkeit sind derzeit tabu und ob es diese irgendwann geben wird sei dahingestellt.

Ich persönlich finde man sollte die Mündigkeit den Autofahrern selbst überlassen, ob Jung oder Alt und wenn jemand sein Auto nicht mehr sicher führen kann, dann muss derjenige zur Selbsterkenntnis kommen oder durch Verwandte und Freunde darauf hingewiesen werden.

Besonders die Verwandschaft steht hier in der Pflicht und sollte nicht nur agieren, sondern in solch einem Fall reagieren.

Die aktuelle Unfallstatistik ist jedenfalls kein Grund um Pauschal Autofahren im Alter zu verbieten oder zu beschränken.

Alternativen

Welche Alternativen gibt es, wenn das Auto nicht mehr geführt werden kann?

Eine Alternative muss Sinn machen, sie muss wirtschaftlich vertretbar sein und verlässlich. Ein Rentner mit einer Rente XY kann nicht jeden zweiten Tag ein Taxi als Verkehrsmittel nutzen um beispielsweise seine Einkäufe zu tätigen.

Ein Fahrrad macht Sinn, jedoch sind hier die Wege und die zu transportierende Menge an Einkäufen begrenzt. Im Übrigen muss man beim Radfahren auf der Straße ebenfalls Verkehrsschilder und Verkehrsregeln beachten und körperlich fit sein ( Steigung etc. )

Öffentliche Verkehrsmittel sind gut, aber auf dem Land?

Schwierig!

Macht auch wenig Sinn, wenn ein Bus nur alle 2 Stunden fährt und man die Einkäufe dann dennoch „schleppen“ muss.

Für Menschen die auf dem Land wohnen gibt es keine ideale 1 zu 1 Alternative zum Auto und daran wird sich auch so schnell nichts ändern, womöglich schießen deshalb auch einige „Online“ Supermärkte aus dem Boden um genau solche Zielgruppen zu erschließen.

Bei weiteren Alternativen sieht es eher mau aus, lediglich der Dienstleistungssektor könnte mit entsprechenden Diensten zur Seite stehen um alltägliche Dinge erledigen zu können.

Politik

Die Politik zumindest in Deutschland ist gegen solche Tests um das Autofahren im Alter ständig zu überprüfen und zwar nicht nur weil es „Verwaltungsaufwand“ und „Kosten“ bedeuten würde.

Die EU sieht die Angelegenheit anders und möchte mit einer neuen EU-Richtlinien unbedingt die Prüfung auf Fahrtauglichkeit von Autofahrern ab 50 Jahren.

Die Bundesregierung stemmt sich dagegen und auch Autolobby und Automobilclubs wie der ADAC sind gegen diese Tests, bei letzteren beiden sind es aber doch eher wirtschaftliche Gründe, immerhin ist Deutschland ein Autofahrer-Land!

Es gibt aber auch Länder wie die Schweiz, Frankreich oder sogar Australien.

Hier gibt es in der Regel alle 2 Jahre einen Fahrtauglichkeitstest um festzustellen, ob eine sichere Führung eines Fahrzeuges gewährleistet ist.

FAZIT

Autofahren im Alter hängt nicht einfach nur mit einer Nummer und dem Alter selbst zusammen, es liegt eher am Einzelfall.

Deshalb halte ich eine generelle Umsetzung von Fahrtauglichkeitstests für schwierig, zumal in Deutschland aktuell scheinbar sowieso kaum jemand daran Interesse hat.

Wichtig ist jedoch meiner Meinung nach das soziale Umfeld von älteren Menschen, nur die Personen im engeren Umfeld können von Außen beurteilen ob jemand bereits über dem „Zenit“ ist, was das Führen eine Autos anbelangt.

Einfach die Unmündigkeit in Frage zu stellen und den Führerschein zu entziehen ist keine Option und würde vielen Rentner die Grundlage als Verkehrsmitteln nehmen und sie ihrer Freiheit berauben.

Die Alternativen sehen im städtischen Bereich ganz gut aus ( Öffentliche Verkehrsmittel, Freunde, Hilfsdienste und kurze Strecken ) aber auf dem Land ist das Dilemma groß, denn hier ist weder der Ausbau von öffentlichen Verkehrsmitteln ideal noch sind die Wege kurz.

Hilfe und Unterstützung von Außen wird beim Autofahren im Alter eine bedeutende Rolle spielen und vielleicht haben Online-Supermärkte wirklich damit eine Marktlücke entdeckt und sich die richtige Zielgruppe ausgesucht.

Die Problematik wird nicht geringer, da die deutsche Bevölkerung immer Älter wird und die Probleme nehmen mit zunehmenden Alter zu.

Ältere Autofahrer sollten selbstkritisch ihre eigene Gesundheit beurteilen und bei den ersten Anzeichen einen Gesundheitstests oder einen Fahrtauglichkeitstest durchführen, die Verwandschaft sollte ebenfalls ein „wachsames“ Auto haben um ggf. schnell handeln zu können.

Ob sich die deutsche Politik dauerhaft dem Willen der EU beugen kann bleibt ebenfalls fraglich, deshalb sollte der Ansatz und die Herangehensweise beim Autofahrer selbst beginnen!

Autor im Autoblog: Janus Schulz

 

 

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