Bestandteile eines Reifens


Bestandteile eines Reifens – was ist dran?


Jedes Fahrzeug hat sie, Autoreifen! Doch was ist wirklich an einem Reifen dran und wie ist ein Reifen zusammengestellt?

In meinem heutigen Autoblog Artikel gehe ich auf die Bestandteile eines Reifens ein und erkläre Euch die Zusammensetzung eines Radialreifens.

Etwas mehr Grundwissen über Reifen kann nicht schaden, denn die Reifenhersteller versprechen viel, halten aber längst nicht alle Versprechungen ein.

Wer die Bestandteile eines Reifens kennt, kann sich auch vorstellen wie sich das Fahrverhalten z.B. bei verringertem Luftdruck verändern kann.


Was steckt in einem Radialreifen?


Je nach Art und Größe kann ein Radialreifen verschiedene Bestandteile haben, dabei ist auch die Zusammensetzung des Reifens unterschiedlich.

In meinem Beispiel gehe ich von einer Standardgröße aus, einem 205er Radialreifen mit 16 Zoll, Nettogewicht ohne Felge etwa 8 kg.

Bestandteile eines Reifens der Radialreifen im Detail

Bestandteile eines Reifens, der Radialreifen

Zusammensetzung eines Reifens:

Seitenstreifen

Die äussere Schicht nennt man die Seitenstreifen, diese haben eine wichtige und sinnvolle Aufgabe, sie schützen die Karkasse nämlich vor Beschädigungen und sind vor allem im Winter bei Witterungseinflüssen hilfreich.

Die Seitenstreifen eines Autoreifens bestehen zumeist aus Naturkautschuk, dabei handelt es sich um einen natürlich nachwachsenden Rohstoff, die Umwelt wird also nicht zusätzlich belastet.

Laufstreifen/Lauffläche

Die Laufstreifen eines Reifens bestehen ähnlich wie die äußere Schicht aus Naturkautschuk bzw. Synthesekautschuk.

Durch die Laufstreifen und dessen Eigenschaften und Anordnung wird ein sicherer Grip und eine gute Wasserverdrängung, z.B. bei starkem Regen oder Schneefall gewährleistet.

An den Laufstreifen selbst kann man auch die notwendige Profiltiefe u.a. durch eine Münze feststellen/messen.

Wulstverstärker

Der Wulstverstärker kommt beim Reifen zwischen der äusseren Schicht und der Felge zum Einsatz und ist bereits in den Reifen eingearbeitet.

Seine Aufgabe ist es das Fahrverhalten zu verbessern, die Fahrstabilität zu erhöhen und präzise Lenkvorgänge zu ermöglichen.

Hergestellt wird der Wulstverstärker im Reifen zumeist aus Nylon oder Aramid.

Spulbandagen

Diese Hilfsstoffe sind bereits in den Kautschuk eingearbeitet, sie liegen im inneren Teil des Reifens direkt unter der äusseren Schicht.

Aus Nylon hergestellt sind sie wie erwähnt bereits im Kautschuk enthalten und ermöglichen beim Reifen hohe Geschwindigkeiten, daher kommen auch die verschiedenen Geschwindigkeitsangaben und Indexe zustande.

Stahlcord Gürtellagen

Unter den Spulbandagen finden die Stahlcord Gürtellagen ihre Verwendung.

Material: fester Stahldraht, dadurch wird die Fahrstabilität enorm verstärkt und der Rollwiderstand optimiert.

Textilcord Einlagen

Unter den Stahlcord Einlagen kommen die Textilcord Einlagen zum Einsatz.

Ihre Hauptaufgabe ist es, den Reifen in Form zu halten und den Innendruck des Reifens zu begrenzen.

Textilcord Einlagen werden aus Polyester oder Rayon hergestellt und sind nicht besonders kostspielig.

Innenschicht des Reifens

Die innerste Schicht des Reifens hat eine einfache, aber gleichzeitig wichtige Aufgabe, sie hält den Reifen luftdicht.

Diese Aufgabe ist besonders wichtig, damit kein Über- oder Unterdruck entsteht. Die Innenschicht besteht aus Butylkautschuk.

Reiterkern

Im inneren Bereich kommt der Kernreiter zum Einsatz. Auch dieser Abschnitt hat wichtige Aufgaben während der Fahrt, er verbessert unter anderem die Fahrstabilität, das Lenkverhalten und den Fahrkomfort.

Ähnlich wie bei den Laufstreifen, wird der Reiterkern aus Synthesekautschuk hergestellt.

Stahlkern

Tief im inneren, in der Nähe der Felgen, kommen Stahlkerne zum Einsatz.

Dabei wird ein massiver Stahldraht in den Kautschuk eingearbeitet und verstärkt dadurch die innere Schicht nach aussen.

Diese Maßnahme ist deshalb wichtig, weil sonst der Reifen abrutschen und Halt verlieren könnte. Mit einem Stahlkern wird also der feste Sitze auf der Felge gewährleistet.

Drucksensoren

Bei älteren Reifen und Fahrzeugen kein Muss oder Soll, bei neueren Reifen und Fahrzeugen jedoch schon.

Alle Neufahrzeugen müssen einen Reifendrucksensor beinhalten und dazu ein passenden RDKS ( Reifendruckkontrollsystem ).

Es gibt indirekte Drucksensoren, welche an der inneren Lauffläche des Reifens befestigt sind, oder aber direkte Drucksensoren, diese sind bereits in das Reifenventil eingebaut und messen von dort aus.


Bestandteile eines Reifens: Radial- oder Diagonalreifen?


Die Bestandteile eines Reifens habe ich Euch bereits oben aufgeführt, aber was sind eigentlich Radialreifen und Diagonalreifen?

Es gibt entscheidende Unterschiede im Aufbau und beide Reifenarten haben Vor- und Nachteile.

Obwohl Diagonalreifen schon seit langer Zeit zum Einsatz kommen, haben sich meiner Meinung nach Radialreifen durchgesetzt. Dies mag auch daran liegen, dass ein „Reifenriese“ wie Michelin, die Entwicklung Mitte der 1940er Jahre in die Hand genommen hat.

Vorteile Radialreifen:

  • Gutes Lenkverhalten und guter Bodenkontakt
  • Hoher Fahrkomfort durch Flexiwangen
  • Geringe Wärmeentwicklung des Reifens auch bei hohem Tempo
  • Weniger anfällig gegen Beschädigungen der Lauffläche

Nachteile Radialreifen:

  • Wegen der harten Lauffläche ist das Abrollgeräusch verstärkt
  • Die Seitenwände sind vor allem bei Bordsteinkanten anfälliger
  • Kleine Straßenunebenheiten sind verstärkt zu spüren, dies liegt an den Stahlcord Einlagen

Diagonalreifen gibt es bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts, kommen wir zu dessen Vor- und Nachteilen.

Vorteile von Diagonalreifen:

  • sie bieten eine hohe Stabilität des Fahrzeugs
  • auf Lehmboden besitzen sie eine Selbstreinigungsfunktion
  • Robust und widerstandsfähig gegen Beschädigungen, auch an der Seitenwand

Nachteile von Diagonalreifen:

  • Der Rollwiderstand ist sehr hoch, dadurch neigen die Reifen zum Überhitzen
  • Die Reifen sind grundsätzlich härter und damit sinkt leider auch der Fahrkomfort

Diagonalreifen kommen heute hauptsächlich in der Industrie und gewerblichen Anlagen zum Einsatz, wie z.B. am Hafen in Portalhubwagen.


Sicherheit des Reifens


Dadurch, dass der Reifen als erster Bodenkontakt hat, spielt Sicherheit beim Autofahren eine entscheidende Rolle.

Wie schnell die Sicherheit sinken kann, sieht man an diversen Beispielen von Autoreifen mit abgefahrenem Profil. Die volle Sicherheit erhält man nur mit einem vollkommen neuen Reifen.

Hat der Reifen beispielsweise nur noch 3 mm Profil, kann sich je nach Tempo der Bremsweg bereits um bis zu 10 m verlängern.

Richtig gefährlich kann es bei Autoreifen mit 1,6 mm Profil oder weniger werden, bei Tempo 80 kommt man hier nämlich nach 19 Metern Bremsweg immer noch auf eine Restgeschwindigkeit von 31 km/h.

Bei einem Aufprall vor allem gegen Leib, ist diese Restgeschwindigkeit natürlich weiterhin viel zu hoch.

Neureifen besitzen eine durchschnittliche Profiltiefe von 8 mm, wer es genau wissen möchte, sollte diese beim Reifenkauf nachmessen.


Fehlende Luft im Reifen


Die Bestandteile eines Reifens können nur dann ordentlich arbeiten, wenn die Grundbedingungen stimmen.

Dazu gehört natürlich auch der richtige Luftdruck, dies unterschätzen sehr viele Autofahrer, ehe es dann zu spät ist.

Wenn ein Autoreifen zu wenig Luftdruck hat, passiert folgendes:

  1. das Fahrverhalten des Autos wird zunehmend verschlechtert
  2. der Bremsweg wird wie im obigen Beispiel verlängert
  3. der Spritverbrauch steigt an
  4. und der Reifenverschleiß nimmt zu

An dieser Stelle kann sich also jeder selbst ausrechnen, ob es die Sicherheit Wert ist oder nicht. Diese 4 Nachteile bei zu geringem Luftdruck sprechen jedoch eher für eine zeitige Neuanschaffung von Autoreifen.


Fazit zu den Bestandteile eines Reifens

Reifen, ob Radialreifen oder Diagonalreifen sind komplex und ihre Aufgaben umso wichtiger.

Ich hoffe ich konnte Euch darüber einen Einblick verschaffen, woraus ein Reifen besteht und viel wichtiger, welche Funktionen und Aufgaben er übernimmt.

Reifen sind nicht gleich Reifen, es lohnt sich aktuelle Testberichte zu durchstöbern, wie die von bekannten Automobilclubs.

Oft sind die Aussagen und Marketingbotschaften der Reifenhersteller nämlich nicht viel mehr als „heiße Luft“, es lohnt sich also doppelt, genauer hinzuschauen.

Aber auch die Handhabung und Bedienung durch den Fahrzeughalter bzw. Fahrzeugführer ist entscheidend, wer beispielsweise dauerhaft mit -0,6 Bar Luftdruck fährt, senkt die Lebensdauer seines Reifens um bis zu 45%!

Dabei spielen die Bestandteile eines Reifens dann nur noch eine Nebenrolle und eine Neuanschaffung muss her. Der Reifenmarkt ist riesig, es kommt letztendlich auf die eigenen Bedürfnisse drauf an.

Autor im Autoblog: Janus Schulz

 



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