Motorwäsche ja oder nein?

Motorwäsche im Fahrzeug

Er ist das Herzstück im Auto, der Motor! Sobald man die Motorhaube öffnet, kommt der Motorraum zum Vorschein und sofort lässt sich erkennen, wie es um ihn steht!

Eine Motorwäsche kann durchaus Sinn machen, jedoch gewusst wie! Anfänger können bei einer falschen Anwendung und Durchführung einer Motorwäsche den Motor langfristig schädigen, vor allem wenn falsche Reinigungsmittel benutzt werden.

Auch die Anwendung beispielsweise eines Hochdruckreinigers bei der Autopflege im Motorraum sollte unbedingt vermieden werden.

Deshalb möchte ich Euch mit diesem Artikel aufzeigen, wann eine Motorwäsche und Motorreinigung Sinn macht und wann nicht. Mit einfachen Tipps, kann man so einen Motorschaden verhindern.

Motorwäsche ja oder nein?

Diese Frage kommt immer wieder auf, eine Motorwäsche selber zu machen kann jedoch mit einigen Risiken behaftet sein.

Besonders bei neueren Fahrzeugen kann diese Frage definitiv mit NEIN beantwortet werden! Neufahrzeuge sind mit vielen elektronischen Teilen im Motorraum versehen, Feuchtigkeit oder falsche Reinigungsmittel können bei unsachgemäßer Anwendung nur schaden.

Neuere Motoren sind von Werk aus gegen Korrosion und Rost geschützt und dafür ausgelegt, über Jahre hinweg, Einflüssen wie Feuchtigkeit standzuhalten.

Des Weiteren sind neue Motoren gegen Schmutzpartikel und z.B. Marder besser geschützt.

Die Motorwäsche von Außen kann demnach durchaus selbst durchgeführt werden, wenn man sich an gewisse Regeln hält. Dazu weiter unten mehr!

Ist eine Motorwäsche überhaupt nötig?

Darüber lässt sich streiten!

In Bezug auf die Optik und bei einer sachgemäßen Anwendung, kann diese Frage mit JA beantwortet werden!

Ein verschmutzter Motorraum welcher über Jahre nicht gepflegt wurde, ist natürlich vor allem beim Wiederverkauf, kein besonderes Verkaufsargument!

Das Auge isst mit und so lässt ein verschmutzter Motor auch auf eine „mangelhafte“ Pflege und Wartung schließen. Des Weiteren können sich im Motorraum neben Schmutz wie Blättern oder Ästen auch Salzrückstände und Ölrückstände bilden.

Ich habe es bereits selbst erlebt, dass Gebrauchtwagen vor der Besichtigung einer gründlichen, äußeren Motorwäsche unterzogen wurden, um den Verkaufspreis zu erhöhen!

Die äußere Wäsche des Motors liegt damit eher in optischen Gesichtspunkten und teilweise der Pflege von Plastik und Kabelverbindungen. Bei der inneren Motorwäsche sieht es anders aus.

Mit einer inneren Motorwäsche samt Motorreinigung pflegt und wartet man den Motor von Innen, etwas so, als würde man das Blut im Herzen „reinwaschen“. Passende Reinigungsmittel für den Motor machen ihn dadurch langlebiger.

Motorwäsche erlaubt?

Auch diese Frage ist berechtigt!

Grundsätzlich ist eine Motorwäsche von Innen z.B. auf einem Privatgrundstück, Verboten! Warum?

Ganz einfach, bei der Autopflege und Wäsche des Motors können Verunreinigungen, insbesondere durch Öl in den Boden gelangen.

Wer in einem Wasserschutzgebiet wohnt, kann sich vorstellen welches Ausmaß solch eine Anwendung hätte, vor allem wenn es Jeder machen dürfte!

Es gibt zwar eine Ausnahme und zwar wenn die Motorwäsche in der Nähe eines „Ölabscheiders“ erfolgt, dies trifft aber auf bestimmt 98% der Haushalte und Privatgrundstücke nicht zu!

Eine gründliche Motorwäsche, sowohl Innen als auch Außen kann demnach nur bei einem Spezialisten erfolgen. Normale Waschanlagen mit „kleieneren“ Systemen eignen sich dafür allerdings nicht.

Die äußere Motorwäsche

Bei der äußeren Motorwäsche geht es in erster Linie um die Optik, wer sein Auto liebt, möchte natürlich auch ein schönes Fahrzeug besitzen.

Beim vorher erwähnten Beispiel mit dem „Wiederverkauf“ geht es ebenfalls um die Optik um darum, beim Interessenten einen „guten“ Eindruck vom Motorraum zu hinterlassen. Nur wer kann schon ins Innere schauen?

Wer von Euch also den Kauf eines Gebrauchtwagens plant, sollte gerade im Motorbereich darauf achten, ob eine Motorwäsche vollzogen wurden. Oft erkennt man eine äußerliche Motorwäsche daran, dass Kabel, Plastikabdeckungen und weitere Teile „glänzen“.

Motorwäsche ja oder nein. Eine Motorreinigung des Motorblocks kann sinnvoll sein. Innere Motorwäsche oder Äußere Motorwäsche

Motorwäsche ja oder nein. Eine Motorreinigung des Motorblocks kann sinnvoll sein. Innere Motorwäsche oder Äußere Motorwäsche

Natürlich kann diese Art der Anwendung auch eine gute Lösung sein um den Motor zu schützen, ein probates Mittel ist z.B. die Motorversiegelung mit einem Spray, welches es z.B. von Liqui Moly gibt.

Mit solch einem Spray wird der Motorraum versiegelt, dies erfolgt durch einen wasserabweisenden Schutzlack, der den gesamten Bereich konserviert. Schmutz, Rost und ähnliches an Teilen und Aggregaten haben dann das Nachsehen.

Dennoch, manche findige Verkäufer führen auch eine Motorwäsche durch, um einen Schaden zu verdecken, wie beispielsweise einen Ölverlust am Motorblock.

Die innere Motorwäsche

Eine innere Motorwäsche sollte wie oben beschrieben bei einem Profi erfolgen, dazu eignen sich manche Waschanlagen, oder eben KFZ-Werkstätten.

Bei der Wäsche des Motors von Innen, wird das Altöl zu Beginn abgelassen und ein Teil verbleibt im Motorblock. Danach wird ein Reinigungsmittel für den Motor hinzu gegeben und der Motor wird im Leerlauf gestartet, für einige Minuten.

Nach dieser Prozedur, wird das gesamte Öl abgelassen und damit ist auch die Motorwäsche von Innen erfolgt!

Mittlerweile gibt es genügend Anbieter aus dem Bereich der „Fahrzeugaufbereitung“ welche auch diese Aufgaben übernehmen können. Eine gründliche Motorwäsche von Innen und Außen sollte deshalb nur von Experten erfolgen.

Die Kosten für eine äußere Motorwäsche beginnen bei 20,- EUR, soll auch eine innere Motorwäsche erfolgen inkl. der Motor-Reinigung kommt man auf etwa 60,- EUR.

Feste Preise gibt es nicht, hier lohnt es sich vorher eine Anfrage bei der entsprechenden Stelle zu stellen. Oft werden auch gesamte Pakete angeboten, siehe Fahrzeugaufbereiter.

Autopflege selbst gemacht

Wie mehrfach erwähnt, ist eine innere Wäsche des Motors aufwendiger zumal dazu ein Ölabscheider nötig wäre, diese Technik ist in den meisten Haushalten nicht vorhanden.

Übrig bleibt also, die äußere Motorwäsche! Wer seinem Motor und dem gesamten Motorraum also etwas Gutes tun möchte, bekommt hier den Ablaufplan zum Reinigen des Motorraumes.

Erster Schritt: Richtiger Arbeitsplatz

Eine innere Reinigung ist grundsätzlich nicht auf Privatgrundstücken erlaubt.

Auch bei der äußeren Wäsche muss man darauf achten, dass keine Verunreinigungen wie Öl in die Kanalisation oder den Boden gelangen.

Ein passender Ort ist demnach dort, wo sich in der Nähe ein Ölabscheider befindet oder eben keine Reste in den Boden gelangen können.

Zweiter Schritt: Motor nicht bei Wärme pflegen

Die erste Voraussetzung ist, der Motor sollte abgekühlt sein!

Wenn man an einem warmen Motor Arbeiten durchführt, kann dies zu Problemen führen. Diverse Temperaturunterschiede von Außen und Innen können den einzelnen Teilen des Motors schaden.

Wichtig ist es, entweder bei kaltem Motor die Reinigung vorzunehmen, oder eben wenn sich dieser abgekühlt und an die Umgebungstemperatur angepasst hat.

Dritter Schritt: Die richtigen Reinigungsmittel

Vorweg, bitte keinen Hochdruckreiniger verwenden!

Mit einem Hochdruckreiniger kann man sehr viel Schaden anrichten, besonders der Motorraum und dessen Elektronik bei Neufahrzeugen ist empfindlich.

Manche glauben eine Hochdruckreiniger mit Niederdruck oder einer Regelung wäre ideal, auch hier sage ich, Finger weg davon! Denn dazu wäre es nötige, entsprechende Teile des Motors vorher mit einem Schutzmittel einzusprühen.

Auch ein Dampfreiniger ist eine sehr schlechte Idee!

Die Motorwäsche mit einem Dampfreiniger verursacht hohe Temperaturunterschiede, welche ebenfalls der Elektronik zu schaffen machen können.

Auch beim von Werk aus verwendeten Korrosionsschutz könnte es Probleme geben mit der Verwendung eines Dampfreinigers.

Die Nutzung eines richtigen Reinigungsmittels ist hier das A und O!

Die Profis verwenden bei der äußeren Motorwäsche deshalb z.B. „Kaltreiniger“ mit einem geeigneten Kaltreiniger lassen sich Teile im Motorraum ideal entfetten und reinigen.

Bei der Handhabung sollte man jedoch darauf achten, dass Handschuhe und eine Schutzbrille, um Kontakt mit den Augen zu vermeiden, empfehlenswert sind.

Kaltreiniger können: Öle, Fette, Harze oder auch Lacke entfernen und eignen sich deshalb sehr gut für diese Arbeiten. Einen Behälter mit 5 L Inhalt eines Kaltreinigers bekommt man bereits ab 10,00 EUR im Handel.

Übrigens: Derzeit wird das Verfahren zur Reinigung des Motors mit „Trockeneis forciert. Immer mehr Werkstätten vertrauen auf dieses System, welches schonend und nachhaltig den Motorbereich reinigt.

Videoanleitung von den Autolack-Affen

Eine gutes Video, welches die Reinigung von Außen des Motorraums verdeutlicht könnt ihr hier sehen:

Die Autolack-Affen zeugen Euch dabei, wie man schonend und vorsichtig die äußere Motorwäsche durchführen kann, auch wenn es sich in erster Linie um Teile und die Motorabdeckung handelt.

Die innere Motorwäsche und dessen Bereiche, würde ich dann ehrlich gesagt „Experten“ überlassen, welche solche Dienste anbieten.


FAZIT

Neben der Optik bei der äußeren Motorwäsche, kann die Motorreinigung von Innen wesentlich sinnvoller sein.

Gerade Anfängern mit weniger Know-How kann schnell ein Fehler unterlaufen, welcher die Motorleitungen und im Endeffekt den gesamten Motor lahm legt.

Bei der äußeren Anwendung ist der Arbeitsort wichtig, aber umso wichtiger ist es, die richtigen Reinigungsmittel zu verwenden und Haut bzw. Schleimhäute vor dem Kontakt mit Reinigungsmitteln zu schützen.

Meines Erachtens, ist bei Neufahrzeugen die äußere Motorwaschung nicht nötig, im Gegenteil, sie kann den werksseitigen Korrosionsschutz aufheben.

Macht der Motor Probleme oder zeigt Begleiterscheinungen, kann die innere Motorwäsche ein probates Mittel sein um den Motor wieder auf Vordermann zu bringen.

Neben der Nutzung eines guten Motoröls, ist die innere Motorwaschung durchaus ab und an sinnvoll, hinzu kommt die Wichtigkeit das Auto und den Motorblock vor Korrosion zu schützen.

Eine Grundreinigung und Autopflege steht übrigens fast bei jedem um die Ecke, die Waschstraße. Beim Autowaschen wird das Fahrzeug nämlich gerade im Winter von Salzen und Ablagerungen befreit, eine Autowäsche mit dem Programm „Unterbodenwäsche mit Heißwachs“ ist hier die Ideallösung.

Ganz wichtig und festzuhalten ist auch: Keine Hochdruckreiniger oder Dampfreiniger verwenden, hier entsteht in den meisten Fällen ein Schaden!

Ich hoffe Euch mit diesen Tipps zur Waschung des Motors geholfen zu haben. Eine Motorwäsche könnte übrigens auch ein probates Mittel gegen Marder sein!

Autor im Blog: Autoblogger Janus Schulz

 

1 thought on “Motorwäsche ja oder nein?”

  1. Das waren noch Zeiten, wo man eine Motorwäsche ohne Bedenken einfach selbst durchführen konnte. Das mit der heutigen Technik ist halt nun mal „Fluch und Segen zugleich“.

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